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Motown Records

 Motown Record

Motown (Motown Record Company, L.P.) ist eine unabhängige Plattenfirma, die 1959 unter dem Namen Tamla Record Company von Berry Gordy Jr. in Detroit, Michigan gegründet wurde. Außerhalb der USA ist sie teilweise auch als Tamla-Motown bekannt. Die Firma machte sich vor allem durch Produktion und Vertrieb von R&B-, Soul- und Pop-Musik einen Namen, hatte aber stets auch Künstler aus anderen Genres unter Vertrag. 1988 wurde die Firma an die MCA/Universal verkauft und ist heute im Besitz der Universal Music Group (Vivendi). Der Firmensitz ist in New York.

„Motown“ ist ein Kofferwort aus Motor und Town, eine Anspielung auf die Autostadt Detroit.

Geschichte

1959–1972

Berry Gordy Jr. begann seine Karriere im Musikgeschäft 1957 als Songschreiber für Detroiter Musiker wie Jackie Wilson und The Matadors. Seine erste erfolgreiche Komposition war Reet Pettite im August 1957 für Jackie Wilson, die Rang 62 der US-Pop-Hitparade erreichte. Beeinflusst durch seinen ersten Top-10-Hit im November 1958 – Gordy war Mitautor von Wilsons Lonely Teardrops – und der Erkenntnis, dass man in der Musikindustrie durch Produktion und Vertrieb unter Vertrag stehender Künstler Geld verdienen kann, gründete er am 12. Januar 1959 mit einem Startkapital von 800 US-Dollar sein erstes Plattenlabel Tamla Records. Die ersten Musiker, die er mit dem Darlehen seiner Familie unter Vertrag nahm, waren die Matadors, die sich daraufhin in The Miracles umbenannten. Der Leadsänger der Miracles, Smokey Robinson, wurde Vizepräsident der neuen Firma, und auch einige Familienmitglieder Gordys, darunter seine Schwester Gwen und sein Vater Berry Sr., wirkten bei Entscheidungen mit. Tamlas erste Veröffentlichung im Gründungsjahr war Marv Johnsons Come to Me, das im Februar 1959 im United Sound Studio eingespielt wurde. Unter den von Tamla vertretenen Künstlern befanden sich u. a. Mable John, Mary Wells und Barrett Strong. Der erste Hit der Firma war Barrett Strongs Money (That’s What I Want) (veröffentlicht am 10. Dezember 1959), der Platz 2 der Billboard-R&B-Charts erreichte. Der Hit war die erste Aufnahme im eigenen Tonstudio, welches in einem von Gordy erworbenen Einfamilienhaus eingerichtet wurde.

Zuvor hatte Gordy nämlich im August 1959 für 10.500 Dollar ein Einfamilienhaus in Detroit (2648 West Grand Boulevard) gekauft und daran ein Schild mit der Aufschrift Hitsville U.S.A. angebracht. Das Photolabor im Erdgeschoss wurde zum Aufnahmestudio (Studio A, genannt „Snakepit“), umgebaut, und die Familie zog in den 2. Stock des Hauses. Das 1960 gegründete Schwesterlabel Motown Records – aufgrund der Assoziation zu Motor City, dem Spitznamen Detroits – wurde mit Tamla Records am 14. April 1960 verschmolzen und zur Mutterfirma Motown Record Corporation umbenannt. Dieser gehörten neben Tamla und Motown später auch noch Gordy Records und viele kleinere Labels (V.I.P., Melody, Soul) an. Innerhalb weniger Jahre kaufte die Firma mehrere benachbarte Häuser und brachte dort Büros und diverse Studios unter. 1968 zog man in die Detroiter Innenstadt um; nur das Studio A., das von 1959 bis 1972 rund um die Uhr für Aufnahmen offenstand, wurde weiterhin genutzt.

Shop Around von den Miracles erreichte am 16. Januar 1961 den 2. Platz der Billboard-Hot-100-Charts und war Motowns erste Platte, die sich mehr als eine Million mal verkaufte. Im Laufe des Jahres unterschrieben The Supremes mit Diana Ross, der elfjährige Little Stevie Wonder und die Temptations bei der jungen Firma. Im Dezember bescherten The Marvelettes der Firma ihren ersten Nummer-Eins-Hit in den Billboard Charts, Please Mr. Postman. Die Motown-Künstler, darunter auch Marvin Gaye, belegten in den 1960er Jahren die Spitzenplätze der Verkaufslisten und übten großen Einfluss auf die Musik, ebenso wie die Firma auf die Musikindustrie, aus. Hinter den Erfolgen standen vor allem Songschreiber und Produzenten wie William Mickey Stevenson, Norman Whitfield und das Erfolgstrio Holland–Dozier–Holland. Fünf Jahre nach dem ersten Nummer-Eins-Hit eröffnete Gordy eine Motown-Filiale in Hollywood, um dort seine Künstler zu TV- und Filmstars aufzubauen und zeitgleich Soundtracks zu veröffentlichen. Dieser Schritt wurde ihm von vielen Seiten übel genommen, denn die Kommerzialisierung war der Musik anzuhören. Die größte internationale Sensation waren die Jackson Five, deren Star Michael Jackson 1970 mit nur elf Jahren der jüngste Nummer-Eins-Sänger der Geschichte wurde. Keine andere Band verkaufte in den frühen 1970ern mehr Platten und schließlich wurden sie der erfolgreichste R&B-Act des Jahrzehnts.

Von 1961 bis 1971 hatte Motown 110 Top-10-Hits. In den späten 1960er Jahren bewarb sich die Firma selbst mit „The Sound of Young America“, der schwarze wie weiße Jugendliche gleichermaßen zu begeistern wusste.

erstes Studio - heute Museum

 

1972–1998

Nachdem die erfolgreichen Songschreiber Brian Holland, Lamont Dozier und Eddie Holland Motown während eines im August 1967 beginnenden Rechtsstreits über die Verteilung von Tantiemen verlassen hatten, sanken die Qualität der Musik und die Häufigkeit von Nummer-eins-Hits. Trotzdem hatte Motown in den 1970ern und 1980ern noch eine Reihe erfolgreicher Musiker unter Vertrag, etwa Lionel Richie und The Commodores, Rick James, Teena Marie und DeBarge.

1972 wurde der Firmensitz von Detroit nach Los Angeles verlegt, um von dort ins Filmgeschäft einzusteigen. Motown war am Film Lady Sings the Blues mit Diana Ross in der Hauptrolle beteiligt, der für mehrere Oscars nominiert war. Außerdem erschienen u. a. Mahogany, The Wiz, Thank God It's Friday und The Last Dragon, die allerdings nicht an den großen Erfolg anknüpfen konnten.

Ab Mitte der 1980er fuhr die Firma kontinuierlich Verluste ein, und im Juni 1988 sah sich Gordy gezwungen, sein Lebenswerk für 61 Mio. US-Dollar an MCA/Universal und Boston Ventures zu verkaufen. Die Label Motown, Tamla und Gordy wurden unter dem Namen Motown zusammengelegt.

Obwohl Motown in den 1990ern durch Künstler wie Boyz II Men und Johnny Gill wieder an die Spitze der Charts kam, schaffte es die Firma nicht aus der wirtschaftlichen Krise. Ein Personalkarussel von Geschäftsführern, angefangen mit dem von der MCA ernannten direkten Nachfolger Gordys, Jheryl Busby, übernahm die Leitung. Laut Busby schenkte die MCA Motowns Produkten nicht genügend Aufmerksamkeit und vernachlässigte die Vermarktung. 1991 klagte sich Motown aus dem Vertriebsvertrag mit der MCA und vergab den Vertrieb an PolyGram. PolyGram kaufte Motown zwei Jahre später von Boston Ventures. 1994 wurde Busby durch Andre Harrell (Uptown Records) ersetzt. Harrell blieb nur weniger als zwei Jahre Geschäftsführer, da man ihm Führungsschwäche vorwarf. Die Geschäfte wurden von Danny Goldberg, Leiter von PolyGrams Mercury-Records-Gruppe, und George Jackson weitergeführt.

1998–2006

1998 nahm Motown populäre Künstler wie 702, Brian McKnight und Erykah Badu in seinen Katalog auf, dafür verließen Diana Ross und Smokey Robinson das Label im folgenden Jahr. Im Dezember 1998 wurde PolyGram von Seagram übernommen und Motown in die Universal Music Group (UMG) integriert. Bei UMG erwog man kurze Zeit, das ins Trudeln geratene Traditionslabel aufzugeben, entschied sich aber, es neu zu strukturieren. Kedar Massenburg, ein Produzent von Erykah Badu, wurde neuer Geschäftsführer und verantwortete die erfolgreichen Veröffentlichungen von Badu, McKnight, Michael McDonald und India.Arie. 2005 folgte Sylvia Rhone, frühere Geschäftsführerin von Elektra Records. Motown wurde im März 2004 mit Universal Records zur Universal Motown Records Group verschmolzen, einem Dachlabel der UMG, das die Veröffentlichungen und Kataloge von Motown, Universal, Blackground, Republic, Cash Money, Casablanca und anderen Labels betreut.

Der Katalog Motowns im Jahr 2006 umfasste u. a. die R&B-Sänger India.Arie, Erykah Badu, Mýa, Kem und Yummy Bingham, die Pop-Sängerin Lindsay Lohan, die Reggae-Sänger Damian und Stephen Marley und die Rapper Trick Trick und Nick Cannon. Stevie Wonder ist der letzte Künstler aus Motowns Classic-Zeit, der dem Label erhalten blieb.

 

Motown Records
Motown Records
Miles Davis
Miles Davis
Miles Davis

Miles Dewey Davis III. (* 26. Mai 1926 in Alton, Illinois; † 28. September 1991 in Santa Monica, Kalifornien) war ein amerikanischer Jazz-Trompeter, -Flügelhornist, Komponist und Bandleader. Mit seinem unverwechselbaren Stil war Miles Davis eine der einflussreichsten, innovativsten und bedeutendsten Schlüsselfiguren im Jazz des zwanzigsten Jahrhunderts.

Bill Withers
Bill Withers
Bill Withers

Bill Withers ( 4. Juli 1938 in West Virginia als William Harrison Withers )
Durchbruch 1971 mit dem Song "Ain't No Sunshine "

Bill Withers wurde in der Bergarbeiterstadt Slabfork geboren. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er drei Jahre alt war. Er lebte daraufhin zeitweise bei seiner Mutter Mattie Rose inBeckley. Sein Vater, William Harrison Withers Sr., ein baptistischer Diakon und Kassenwart bei der Bergarbeitergewerkschaft United Mine Workers of America, starb, als Withers 13 Jahre alt war. Mit 17 trat Withers Jr. in die US-Armee ein, wo er neun Jahre lang unter anderem im Nahen Osten diente. In dieser Zeit begann er, Songs zu schreiben. 1967 zog er nach Los Angeles, um eine professionelle Karriere als Musiker zu verfolgen. Zunächst nahm er Demotapes auf – eines dieser Bänder führte zu einem Vertrag bei dem in Hollywoodansässigen Plattenlabel Sussex Records. Sein Debütalbum Just as I Am wurde von Booker T. Jones produziert und erschien im Januar 1971. Es erreichte Platz 35 der Billboard 200. Ungleich größer war der Erfolg der ersten Single Ain’t No Sunshine. Diese platzierte sich auf dem dritten Rang der Billboard Hot 100 und bescherte Withers im Jahr darauf einen Grammy.
 
 
Auszeichnungen

    1972 – Grammy für Ain’t No Sunshine
    1982 – Grammy für Just the Two of Us
    1988 – Grammy als Songschreiber für Lean on Me
    2005 – Aufnahme in die Songwriters Hall of Fame
    2006 – Rhythm & Soul Heritage Award der ASCAP
    2007 – Aufnahme in die West Virginia Hall of Fame

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Chaka Khan
Chaka Khan
Chaka Khan

Chaka Khan ( 23. März 1957 in North Chicago als Yvette Marie Stevens )
Chaka Khan nahm den Namen „Chaka“ an, als sie sich am kostenlosen Frühstücksprogramm derBlack Panther Party beteiligte. Mitte der 1970er Jahre begann Khan ihre musikalische Karriere als Sängerin der Funkband Rufus und konnte mit der Hilfe Stevie Wonders und dem Titel Tell Me Something Good 1974 in den Pop- und Funkcharts Fuß fassen. Während der späten 1970er und frühen 1980er Jahre hatte die Band als „Rufus featuring Chaka Khan“ eine Reihe von Hits, darunter Sweet Thing, Once You Get Started (1975), At Midnight (My Love Will Lift You Up) (1977), Do You Love What You Feel (1979) und Ain’t Nobody (1983).


Chaka Khan bei einem Konzert 20061978 veröffentlichte Chaka Khan parallel zu ihrer Karriere mit Rufus auch ihr Solo-Debüt, das schlicht Chaka betitelt wurde und in den USA für 500.000 verkaufte Einheiten mitGold ausgezeichnet wurde. Darauf ist ihr erster großer Hit ohne Rufus, I’m Every Woman, enthalten. Auch die 1981er LP What Cha’ Gonna Do for Me? erhielt eine Gold-Auszeichnung. 1984 feierte Chaka Khan ihren größten Solo-Erfolg: Das von Prince geschriebene und von Arif Mardin produzierte Funk-Stück I Feel for You war ein Millionenseller und erreichte in den USA Platz 3 in den Pop- und Platz 1 in den R&B-Charts. Gastmusiker in diesem Lied sind Stevie Wonder (Mundharmonika) undMelle Mel (Rap) von den Furious Five. Die dazugehörige, gleichnamige LP Chaka Khan verkaufte sich alleine in den USA über eine Million Mal und erhielt eine Platin-Auszeichnung. Das Album Chaka Khan sowie das Lied I Feel for you brachten Khan 1984 und 1985 in Folge zweimal den Grammy Award for Best Female R&B Vocal Performance. Mit The Woman I Am bekam sie 1993 einen dritten Grammy in dieser Kategorie.

Nile Rodgers
Nile Rodgers
Nile Rodgers

Rodgers, 1952 in der Bronx geboren, studierte Musik und war zu Beginn der 1970er-Jahre in der Studio-Band der Sesame Street aktiv. Danach als Gitarrist im Hausorchester des Apollo Theaters in New York. Ab 1976 war Rodgers zumeist im Team mit dem BassgitaristenBernard Edwards ein stilbildender und trendweisender Musiker und Produzent. Rodgers und Edwards lernten sich 1971 kennen und tauschten sich über ihre musikalischen Gemeinsamkeiten aus. Rodgers spielte zu dieser Zeit zwar noch mit der wenig erfolgreichen „Big Apple Band“ in kleineren Clubs, plante aber schon damals mit Edwards eine Rockgruppe zu gründen.

Erst 1976 begannen sie Funkjazz mit Disco- und Rockelementen zu verweben. 1976 schließlich gründeten sie die Band Chic. Chic hatten Hits wie Le FreakDance, Dance, Dance, Everybody DanceMy Forbidden Lover und Good Times (US #1), dessen Aufnahme sich unter anderem Sugarhill Gang ausliehen und damit den ersten Rap-Hit Rapper’s Delightschufen. Die Rockband Queen baute auf der charakteristischen Basslinie ihren Hit Another One Bites the Dust (1980) auf. Zur gleichen Zeit schrieben und produzierten Rodgers und Edwards für die Gruppe Sister Sledge die Disco-Hits Lost in MusicWe Are Family und He's the Greatest Dancer. Die beiden letztgenannten Titel erreichten im Lauf des Jahres 1979 die #1 in den US-Charts. Rodgers arbeitete auch mit der französischen Sängerin Sheila B. Devotion für den Titel Spacer zusammen.
He's the Greatest Dancer aus 1979 wurde 22 Jahre später gecovert durch Layton & Stone feat. Leonard Major (vocals) für ihren Song Better World (erschienen auf CD Single, BMG Lautstark, 2001, credits: Rodgers/Edwards). In der späten Version spielt aber konträr zu Sister Sledge die markante Solostimme von Leonard Major die Hauptrolle.

Seinen Ruf als exzellenter Produzent baute Rodgers mit Produktionen für u. a. Diana Ross,Debbie Harry, Madonna, Duran Duran, Dan Reed Network, Grace Jones, Laurie Anderson(Home of the Brave), The B-52’s, Mick Jagger oder David Bowie aus.

In den USA wird die Populärmusik noch heute in „schwarz“ und „weiß“ eingeteilt. Nile Rodgers ist der erste Musiker und Produzent, der sowohl mit afro-amerikanischen als auch mit weißen Künstlern Musik produzierte, die kommerziell erfolgreich und wegweisend war. Er gehörte in den 1980er Jahren zu den wenigen Produzenten, deren Musik von „weißen“ und „schwarzen“ Radiostationen gespielt wurde. Er produzierte die Soundtracks für die Computerspiele Halo 2 sowie Halo 3 und komponierte für den zweiten Teil das Lied Never Surrender zusammen mit Nataraj.

2005 erfolgte seine Aufnahme in die Dance Music Hall of Fame. Im Jahr 2010 wurde bei Rodgers Prostatakrebs diagnostiziert.[1] Zwei Jahre später gab Rodgers im Jahr 2013 an, wieder vollständig gesund zu sein.[2][3]

Seit 1982 war er auch als Komponist bei zahlreichen Hollywood Produktionen beteiligt. Unter anderem 1988 für den Regisseur Julien Temple bei Zebo, der Dritte aus der Sternenmitte (Earth Girls Are Easy) sowie für John Landis bei Der Prinz aus Zamunda(Coming to America). 1993 für den Regisseur William Friedkin bei Blue Chips und 1994 erneut für John Landis bei der Produktion zu Beverly Hills Cop III.

Barry White
Barry White

Barry Eugene White (* 12. September 1944 in Galveston,Texas als Barrence Eugene Carter; † 4. Juli 2003 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Soulsänger undMusikproduzent. Erst später nahm er mit White den Namen des Vaters an. Einer seiner bekanntesten Songs in Europa ist You See the Trouble with Me von 1976, das in diesem Jahr #2 in den UK-Charts erreichte. Die höchste Platzierung mit dem Titel in seiner US-amerikanischen Heimat war #14, genauso in Deutschland.

Die herausragende Basslage seiner unverkennbaren Stimme erkennt man gut im Intro zu Just The Way You Are(PolyGram 1978). Nicht viele weltweit erfolgreiche Künstler erreichten eine derart profunde Stimmlage. Dazu zählt auch Whites älterer Kollege im Soul Lou Rawls.

Seine Karriere begann, als er mit elf Jahren Jesse Belvin am Klavier begleitete. Es entstand der Song Goodnight My Love. Dies hatte er zum Teil seiner Mutter zu verdanken, die ihm tatkräftig als Klavierlehrerin zur Seite stand.

Seiner Autobiografie zufolge erlebte Barry White seinen Stimmbruch im Alter von vierzehn Jahren zweimal hintereinander – einmal zum Tenor und dann zum tiefen Bass.[1] 1959 verließ Barry White vorzeitig die Highschool ohne einen Schulabschluss.[2]

Mit siebzehn Jahren wurde er verhaftet, als er als Mitglied einer Bande Autoreifen stahl, und saß eine Haftstrafe von fünf Monaten ab. In einem Interview sagte White, dass er in der Haft den Elvis-Song It’s Now or Never im Radio hörte, was ihn dazu bewog, sein Leben zu ändern und als Musiker eine Karriere zu starten.[1] Sein jüngerer Bruder Darryl wurde am 5. Dezember 1983 in einer Auseinandersetzung erschossen.[2][3]

Anfang der 1960er Jahre wurde er unter dem Namen „Berry Lee“ bekannt, unter anderem als Mitglied der Bands „The Upfronts“, „The Majestics“ und „The Atlantics“. Größere Erfolge konnte er mit seiner selbst gegründeten weiblichen Gesangsgruppe „Love Unlimited“ verbuchen. White schrieb die Songs und die Arrangements und produzierte alle Stücke im Alleingang. Eine der Sängerinnen, Glodean James, heiratete er im Oktober 1975.[2] Der größte Erfolg der Gruppe war Walkin’ In The Rain With The One I Love. Auch der nachfolgende Song From A Girl’s Point Of View war ein Erfolg. Er verkaufte sich über eine Million Mal und brachte den Durchbruch für White und „Love Unlimited“. Unter dem Namen „Love Unlimited Orchestra“ veröffentlichte White Alben mit Instrumentaltiteln. Der größte Erfolg dieser im Phillysound eingespielten Easy-Listening-Stücke war 1973 das Love’s Theme.

1973 erschien mit I’ve Got So Much To Give auch das erste Album unter dem Namen Barry White.

White erhielt mehr als 100 Goldene Schallplatten und verkaufte weltweit mehr als 100 Millionen Platten. Im Jahr 2000 wurde er für sein Album Staying Power mit zwei Grammysausgezeichnet.

Sein Leben lang kämpfte der stark übergewichtige Sänger mit den Folgen seines hohen Blutdrucks und Diabetes. Er war Dialysepatient und erlitt Anfang Mai 2003 einenSchlaganfall, der sich nach Angaben seiner Tochter auf die Sprache und die rechte Körperhälfte des Sängers auswirkte. Am 4. Juli 2003 gegen 9:30 Uhr (Ortszeit) starb er im Alter von 58 Jahren im Krankenhaus Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles an Nierenversagen, nachdem er monatelang vergeblich auf eine Spenderniere gewartet hatte. Seine Asche wurde im Meer vor Santa Monica an der kalifornischen Küste bestattet.[2]

2004 erfolgte postum Whites Aufnahme in die Dance Music Hall of Fame. Am 12. September 2013 erhielt er den 2506. Stern auf dem Hollywood Walk of Fame bei 6914 Hollywood Blvd. in der Kategorie Recording.

EARTH, WIND & FIRE
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Allgemeine Informationen
Genre(s) Funk, Pop, Fusion
Gründung 1969
Website www.earthwindandfire.com
Gründungsmitglieder
Gesang, Schlagzeug,Kalimba
Maurice White
Vibraphon, E-Piano, Gesang
Wade Flemons
Gesang
Don Whitehead
Gesang
Sherry Scott
Perkussion
Phillard Williams
Gitarre
Michael Beale
Saxophone, Flöte
Chester Washington
Trompete
Leslie Drayton
Posaune
Alex Thomas
Bass
Verdine White
Aktuelle Besetzung
Gesang, Schlagzeug, Kalimba
Maurice White
Bass
Verdine White
Gesang, Congas, Schlagzeug
Philip Bailey (seit 1972)
Schlagzeug, Gesang, Perkussion
Ralph Johnson (seit 1972)
Perkussion, Gesang
B. David Whitworth (seit 1996)
Gesang
Kim Johnson (seit 2005)
Saxophon
Gary Bias (seit 1987)
Trompete, Flügelhorn
Bobby Burns (seit 2004)
Posaune
Reggie Young (seit 1987)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Jessica Cleaves (1972)
Saxophon, Flöte
Ronnie Laws (1972)
Keyboard
Larry Dunn (ab 1972)
Gitarre
Roland Bautista (1972–1973, 1981–1983)
Gitarre
Al McKay (1973–1981)
Schlagzeug
Fred (Freddie) White
Saxophon, Flöte, Perkussion
Andrew Woolfolk
Gitarre
Sheldon Reynolds
Schlagzeug
Sonny Emory (1987–1999)
Trompete, Flügelhorn
Ray Brown (1987–2004)
Gesagt, Keyboard
Robert Brookins (1999–2003)
The Phenix Horns (1974–1981)
Posaune
Louis Satterfield
Trompete, Flügelhorn
Michael Harris
Trompete, Flügelhorn
Rhamlee Michael Davis
Saxophon
Don Myrick
Trompete
Elmar Brown (1979)


Earth, Wind & Fire ist eine amerikanische Band, die 1969 vom Jazzschlagzeuger Maurice White (Gesang, Schlagzeug, Kalimba) in Chicago, Illinois, gegründet wurde.

Ihr Stil ist beeinflusst von Soul, Funk, Motown, afrikanischen Elementen (Kalimba) und modernen Pop-Rhythmen, die sie in den christlichen Gemeinden ihrer Umgebung sammelten. Im Besonderen wurden sie bekannt durch ihre starke Bläsergruppe – die Phenix Horns (sic). Ein markantes Merkmal ihres Sounds ist der Falsett-Gesang ihres Sängers Philip Bailey aus Denver, der kurz nach Veröffentlichung des ersten Albums zur Gruppe stieß.

Nach den ersten beiden Alben, die mit mäßigem Erfolg in den Charts liefen, formierte Maurice White die Band noch einmal um. Doch ihre internationale Erfolgsstory begann erst1975, nachdem die Band das Soundtrackalbum That’s the Way of the World für den gleichnamigen Film, in dem sie selbst mitspielte, herausbrachte. Mit der ausgekoppelten Hitsingle Shining Star standen sie wochenlang in vielen Ländern hoch in den Top 10. Der erste große Erfolg stellte sich mitten im Disco-Zeitalter mit den Grammy-Award-AlbenAll'N'All (1977) und I Am (1979) ein. Von diesen Alben wurden alleine acht Lieder zu Top-Hits und standen auf den vordersten Plätzen in den R&B-Charts: Can’t Let Go, After the Love Has Gone, Fantasy, Wait, In the Stone, Boogie Wonderland, Star und You and I. Einen weiteren Top-Hit hatte die Band mit der nur als Single und auf dem Greatest-Hits-Album veröffentlichten schnellen Tanznummer September (1978).

Weitere große Hits wie Let's Groove (1981) sollten folgen.

Die weltweit präsentierten Bühnenshows von Earth, Wind and Fire zeichneten sich besonders in den 80er Jahren durch ihre bunten, aufwändigen Kostüme und die außergewöhnliche Choreographie aus.

Seit 1998 trat Maurice White aus Krankheitsgründen nicht mehr live mit der Band auf. Nach der Aufnahme der Band in die Rock and Roll Hall of Fame im Jahr 2000 gab er bekannt, dass er an Parkinson erkrankt sei.

Die anderen Bandmitglieder, allen voran Verdine White und Philip Bailey, beschlossen, die Band weiterzuführen. So touren Earth, Wind and Fire heute noch weltweit mit großem Erfolg und nehmen weiterhin Alben auf. Maurice White ist weiterhin Mitglied der Band und tritt bei den Studioaufnahmen als Sänger und Produzent in Erscheinung. Gelegentlich sieht man ihn auch wieder auf der Bühne (z. B. bei der Grammy-Verleihung 2004 sowie während der Japan-Tournee 2004).

Im November 2011 erschien mit Guiding Lights ein neuer Song (mit Larry Dunn an den Keyboards).

Im September 2013 ist – acht Jahre nach dem letzten Studioalbum – Now, Then & Forevererschienen. Die zweite Single nach Guiding Lights heißt My Promise und wurde am 24. Juni veröffentlicht.